Carport selbst bauen – Material, Anleitung & Planung einfach erklärt

aktualisiert am 18. Juli 2025

Du hast keinen Platz mehr in der Garage, dein Auto steht ständig im Regen oder du willst endlich dein eigenes Bauprojekt im Garten umsetzen? Dann könnte ein Carport genau das Richtige für dich sein. Ob als Wetterschutz für dein Auto, zusätzliche Lagerfläche oder einfach als Erweiterung deiner Einfahrt – ein Carport ist nicht nur praktisch, sondern lässt sich mit etwas handwerklichem Geschick auch gut selbst bauen.

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Warum ein Carport eine clevere Lösung ist

Vielleicht hast du dir schon mal die Frage gestellt, ob sich der Aufwand überhaupt lohnt. Ein Carport ist deutlich günstiger als eine Garage, braucht meist keine massive Bodenplatte und schützt dein Fahrzeug trotzdem zuverlässig vor Regen, Schnee und Sonne. Außerdem wirkt er offener und freundlicher im Garten – ein Vorteil, den viele zu schätzen wissen, gerade wenn es optisch zum Haus passen soll.

Und noch ein Pluspunkt: Du kannst ihn nach deinen Vorstellungen gestalten. Ob freistehend oder ans Haus angebaut, mit Geräteraum oder ohne – du hast die Kontrolle über Material, Maße und Design.


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Planung ist alles: So startest du richtig

Bevor du loslegst, solltest du dir ein bisschen Zeit für die Planung nehmen. Ein Carport ist schließlich keine Gartenbank, die man mal eben zusammenschraubt.

Standort und Größe bestimmen

Frag dich zuerst, wo dein Carport stehen soll. Direkt an der Einfahrt? Am Haus? Vielleicht seitlich auf dem Grundstück? Achte auf die Zufahrt, den Sonnenverlauf und auf eventuelle Grenzabstände zum Nachbargrundstück – da gibt’s je nach Bundesland klare Vorgaben.

Was die Größe angeht: Für ein normales Auto reicht eine Fläche von etwa 3 x 5 Metern, für zwei Fahrzeuge eher 6 x 6 Meter. Überleg dir auch, ob du zusätzlich Platz für Fahrräder, Mülltonnen oder Gartengeräte einplanen möchtest.

Genehmigung – ja oder nein?

Die leidige Frage: Braucht man eine Baugenehmigung für einen Carport? Die Antwort lautet: Kommt drauf an. In vielen Bundesländern kannst du einen einfachen Carport bis zu einer bestimmten Größe genehmigungsfrei errichten – aber das heißt nicht, dass du einfach machen kannst, was du willst. Ein kurzer Anruf beim Bauamt spart später viel Ärger.


Diese Materialien brauchst du

Wenn du deinen Carport selbst baust, wirst du mit zwei Varianten am häufigsten konfrontiert: Holz oder Metall. Beides hat seine Vor- und Nachteile.

Holz ist natürlich, passt gut in den Garten und lässt sich relativ einfach bearbeiten. Du brauchst aber regelmäßig Pflege, damit das Holz nicht vergraut oder schimmelt.

Metall ist langlebiger, moderner im Look und meist pflegeleichter – aber dafür aufwendiger beim Aufbau, gerade wenn du kein Schweißgerät hast oder ungern mit Metall arbeitest.

Hier ein kurzer Überblick zu typischen Materialien, die du für einen Holz-Carport brauchst:

BauteilMaterialempfehlungMaße (ca.)
PfostenKonstruktionsvollholz12 x 12 cm oder größer
Querbalken & SparrenKonstruktionsvollholz6 x 12 cm
DachdeckungBitumenwellplatten oder Blechje nach Geschmack
VerbindungsmittelSchwerlastwinkel, Bolzenverzinkt oder Edelstahl
BodenbefestigungPfostenträger + Betonje nach Untergrund

Tipp: Wenn du keine Lust auf jedes Brett einzeln im Baumarkt zu suchen hast, kannst du dir auch Bausätze bestellen. Die sind oft durchdacht und bringen die passenden Verbindungen gleich mit.


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Carport bauen Schritt für Schritt

Jetzt wird’s praktisch! Hier kommt die Bauanleitung in sieben übersichtlichen Schritten – so wie du’s brauchst, ohne Schnickschnack.

1. Fundament setzen

Bevor du loslegst, musst du ein stabiles Fundament schaffen. Für einen Holz-Carport reichen meist Punktfundamente, also einzelne Betonblöcke unter den Pfosten.

Dazu hebst du pro Pfosten ein Loch von ca. 80 cm Tiefe aus, stellst die Pfostenträger rein und betonierst das Ganze ein. Wichtig: Lass den Beton mindestens 24–48 Stunden aushärten, bevor du weitermachst.

2. Pfosten aufstellen

Wenn die Fundamente fest sind, kannst du die Pfosten auf die Träger setzen. Nimm dir Zeit, das Ganze exakt senkrecht auszurichten – hier entscheidet sich, ob dein Carport später gerade steht oder nicht. Am besten arbeitest du mit einer Wasserwaage und schraubst die Pfosten provisorisch mit Streben fest.

3. Querbalken montieren

Die Querträger verbinden die Pfosten und bilden das Gerüst für dein Dach. Du befestigst sie mit Schwerlastwinkeln oder Zapfenverbindungen – je nachdem, wie aufwendig du es machen willst.

Tipp aus der Praxis: Wenn du allein arbeitest, hilft ein Arbeitsgerüst oder ein zweiter Satz Hände. Gerade bei langen Balken ist das eine echte Erleichterung.

4. Sparren und Dachkonstruktion bauen

Jetzt kommen die Dachsparren. Sie werden quer zur Fahrtrichtung auf die Querträger gelegt. Der Abstand hängt vom Material der Dachdeckung ab, meist reichen 60–80 cm.

Drauf kommen dann je nach Wunsch Dachlatten, eine Unterspannbahn oder direkt die Wellplatten bzw. das Blech.

5. Dach eindecken

Hier hast du freie Wahl. Ich persönlich finde Bitumenwellplatten für Holzcarports praktisch – leicht, günstig und einfach zu montieren. Wichtig ist, dass du die Überlappung einhältst, damit es nicht reinregnet.

Vergiss nicht, passende Abschlussleisten und eine Regenrinne anzubringen – gerade bei Carports am Haus ist das essenziell.

6. Streichen und schützen

Holz braucht Pflege. Noch bevor das Dach draufkommt, solltest du alle Hölzer grundieren und streichen. Ideal ist ein Holzschutzmittel mit UV- und Nässeschutz.

Nach dem Aufbau kannst du nochmal nachstreichen – das erhöht die Lebensdauer deutlich.

7. Extras montieren

Jetzt kannst du kreativ werden. Willst du einen kleinen Geräteraum hinten dran bauen? Seitenwände als Sichtschutz oder Windschutz montieren? Vielleicht Beleuchtung mit Bewegungsmelder? Dein Carport ist die Basis – alles andere ist Bonus.


Typische Fehler beim Carport-Bau – und wie du sie vermeidest

Viele machen beim ersten Carport ähnliche Fehler. Damit dir das nicht passiert, kommen hier ein paar Tipps aus eigener Erfahrung:

  • Pfosten schief einbetoniert – unbedingt ausrichten und fixieren, bevor der Beton aushärtet.
  • Dachneigung zu gering – mindestens 5° Neigung, damit Wasser ablaufen kann.
  • Bauantrag vergessen – im Zweifel lieber nachfragen als später Ärger bekommen.
  • Holz nicht behandelt – lieber vor dem Aufbau alles streichen, das spart später viel Aufwand.

Ein Carport ist ein Projekt, das man an einem Wochenende gut stemmen kann – aber Planung, Sorgfalt und ein bisschen Geduld sind der Schlüssel.


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FAQ – Häufige Fragen zum Carport-Bau

Brauche ich für einen Carport eine Baugenehmigung?
Das hängt vom Bundesland und der Größe ab. In vielen Fällen ist ein Carport bis zu einer bestimmten Fläche genehmigungsfrei – erkundige dich aber immer beim Bauamt.

Wie tief müssen die Fundamente sein?
Für einen stabilen Stand sollten Punktfundamente mindestens 80 cm tief sein – so bist du auf der sicheren Seite, auch bei Frost.

Welches Holz eignet sich am besten?
Konstruktionsvollholz (KVH) aus Fichte oder Lärche ist beliebt, weil es stabil, gerade und gut zu bearbeiten ist. Wichtig ist die richtige Vorbehandlung mit Holzschutz.


Carport selber bauen lohnt sich

Ein Carport ist nicht nur eine praktische Ergänzung für deinen Garten oder Hof – er ist auch ein tolles DIY-Projekt für Heimwerker. Mit der richtigen Vorbereitung, etwas handwerklichem Geschick und dem passenden Material kannst du deinen Carport komplett selbst bauen. Und am Ende hast du nicht nur einen geschützten Stellplatz, sondern auch das gute Gefühl, etwas Eigenes geschaffen zu haben.

Wenn du jetzt loslegen willst, schnapp dir Maßband und Skizzenblock – und wenn du magst, speichere dir diesen Beitrag als Bauanleitung für später ab. Viel Erfolg beim Bauen!

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